Evangelisch im Hochfeld und Univiertel

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Konfitage
Bildrechte Gemeinden DFK und PG Augsburg

Die gemeinsamen Konfi-Tage der Gemeinden Dreifaltigkeit Augsburg-Göggingen und Paul-Gerhardt Hochfeld und Univiertel finden statt!

Herzliche Einladung an den aktuellen Konfi-Jahrgang der beiden Gemeinden.

Paul-Gerhardt-Kirche
Bildrechte Gemeinde PG

Dankbar zurückblicken – mutig nach vorne gehen

Am Samstag, dem 4. Juli 2026, versammelten sich zahlreiche Gemeindemitglieder, Gäste sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche und Gesellschaft zum Entwidmungsgottesdienst der Paul-Gerhardt-Kirche in Hochfeld. Mit der Aufgabe des Gebäudeensembles ist auch die Schließung des evangelischen Kindergartens am Standort verbunden – eine Entscheidung, die vielen Anwesenden einmal mehr ins Bewusstsein rückte und besonders nahe ging. Insgesamt war es ein bewegender Tag voller Erinnerungen, Dankbarkeit und Hoffnung.

Bereits am Eingang zum Innenhof wurden die Besucherinnen und Besucher von Haupt- und Ehrenamtlichen herzlich empfangen. Der festlich geschmückte Innenhof ließ erkennen, dass dieser Tag etwas Besonderes sein würde. Auffällig waren mehrere große geflochtene Körbe, deren Bedeutung sich den Anwesenden jedoch erst im Verlauf des Gottesdienstes erschloss.

Musikalisch eröffnet wurde die Feier mit Orgelmusik und einem eindrucksvollen Lied, das die Gottesdienstgemeinde auf die besondere Stimmung dieses Tages einstimmte. Pfarrer Rainer Piscalar begrüßte die Anwesenden und lud zu einer gemeinsamen Erinnerung ein. Er fragte, wer in der Paul-Gerhardt-Kirche getauft, konfirmiert oder getraut worden sei. Viele Hände erhoben sich. Ebenso wurden Menschen gewürdigt, die hier haupt- oder ehrenamtlich tätig waren oder noch tätig sind. Besonders begrüßt wurden auch die Mitarbeitenden des Kindergartens sowie Vertreterinnen und Vertreter der reformierten ungarischen Gemeinde, die viele Jahre lang regelmäßig ihre Gottesdienste in der Paul-Gerhardt-Kirche gefeiert hat. Zahlreiche Gäste aus Nachbargemeinden waren ebenfalls der Einladung gefolgt.

Pfarrer Piscalar stellte die Frage, ob man die versammelte Gemeinde als „Trauergemeinde“ bezeichnen könne. Zugleich widersprach er diesem Gedanken und richtete den Blick nach vorne. Dabei griff er das Wort Jesu aus Lukas 9,62 auf: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ Im Anschluss betete die Gemeinde vertrauensvoll den Psalm 37 mit den bekannten Worten: „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen.“

Der Regionalbischof Klaus Stiegler nahm dieses Bibelwort in seiner Predigt wieder auf. Er betonte, dass das dankbare Erinnern an die vielen guten Erfahrungen in der Paul-Gerhardt-Kirche seinen wichtigen Platz habe. Gleichzeitig dürfe man sich nicht an das klammern, was sich nicht erhalten lasse. Kirche sei mehr als ein Gebäude. Entscheidend sei die lebendige Gemeinde, die auch unter veränderten Bedingungen ihren Auftrag weiter wahrnehme und christliche Werte in die Gesellschaft hinein trage. Christlicher Glaube, so der Regionalbischof, müsse sich immer wieder an der Botschaft Jesu orientieren und dürfe nicht für politische Interessen vereinnahmt werden.

Die Fürbitten wurden von ehemaligen Mitgliedern des Kirchenvorstands und der Gruppen und Kreise, der Dekanin Dr. Sperber-Hartmann sowie Vertreterinnen und Vertretern der reformierten ungarischen Gemeinde gestaltet. Gemeinsam wurde gebetet und gesungen.

Ein besonders bewegender Moment folgte mit dem eigentlichen Akt der Entwidmung. Unter Gebet und Gesang wurden die Osterkerze, Parament und Altarkreuz, die Bibel sowie das Tauf- und Abendmahlsgeschirr aus dem Kirchenraum hinausgetragen. Im Innenhof fanden diese Zeichen des kirchlichen Lebens ihren Platz in den vorbereiteten Körben, die nach der Zeremonie zur Stephanuskirche, wo sich das Gemeindeleben künftig konzentriert, verbracht wurden. Damit wurde sichtbar, dass die Kirche als Gebäude ihre gottesdienstliche Bestimmung verliert, das kirchliche Leben selbst jedoch weitergeht.

Zum Abschluss betete die Gemeinde gemeinsam das Vaterunser. Beim Segen fassten sich viele Gottesdienstbesucherinnen und -besucher an den Händen – ein eindrucksvolles Zeichen der Verbundenheit und Gemeinschaft.

Nach dem Gottesdienst lud Pfarrer Piscalar alle Anwesenden zu Essen, Getränken und Begegnungen ein. So klang ein besonderer Tag aus, der deutlich machte: Mit der Entwidmung eines Kirchengebäudes endet nicht das Leben einer Kirchengemeinde. Vielmehr beginnt ein neues Kapitel – getragen von Erinnerung, Vertrauen und der Hoffnung auf Gottes Begleitung.